Wolf im Diskurs
Nonna Lupa sagt: In dieser Rubrik schaue ich genau hin, wenn über den Wolf gesprochen wird.
Denn die Debatte über den Wolf besteht längst nicht mehr nur aus Biologie, Ökologie und Artenschutzrecht. Sie besteht auch aus Worten, Bildern, Interessen und Erzählungen. Und nicht selten aus Desinformation, Populismus, Lobbyismus und falschen Behauptungen, die so oft wiederholt werden, bis sie wie Wahrheit klingen.
Hier nehme ich mir solche Sätze vor:
„Der Wolf ist nicht bedroht.“ „Der Wolf gehört ins Jagdrecht.“ „Herdenschutz funktioniert nicht.“ „Der Wolf hat keine natürlichen Feinde.“
Viele dieser Phrasen wirken auf den ersten Blick einfach und einleuchtend. Doch bei genauerem Hinsehen sind sie oft verkürzt, irreführend oder fachlich falsch. Sie lenken ab von wissenschaftlichen Erkenntnissen, rechtlichen Verpflichtungen und ökologischen Zusammenhängen — und ersetzen Wissen durch Angst, Feindbilder und politische Scheinlösungen.
In „Wolf im Diskurs“ frage ich deshalb:
Wer spricht über den Wolf? Mit welchen Begriffen? Mit welchen Interessen? Welche Behauptungen werden ständig wiederholt? Und was wird dabei bewusst verschwiegen?
Der Wolf ist zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Konflikte geworden: über Natur, Eigentum, Landwirtschaft, Jagd, Sicherheit, Verantwortung und das Verhältnis des Menschen zur Wildnis.
Ich ordne ein, widerspreche und kläre auf — faktenbasiert, kritisch und mit der Geduld und Weisheit einer alten Wölfin, die weiß: Wer Böses will, greift nach Macht. Wer Gutes will, vertraut auf Liebe.