Entwicklung der Schalenwildbestände im Fläming vor dem Hintergrund der Besiedlung durch den europäischen Wolf
Die Bachelorarbeit untersucht, wie sich die Rückkehr des Wolfs im Fläming auf Schalenwildbestände und Wildverbiss auswirkt. Ergebnis: Mit zunehmender Zahl von Wolfsrudeln gingen die Schalenwildstrecken, besonders beim Damwild, deutlich zurück; zugleich nahmen Verbissschäden auf Forstkulturen ab. Die Arbeit deutet dies als positiven indirekten Einfluss des Wolfs auf die Waldverjüngung.
Die Arbeit zeigt vor allem einen zeitlichen Zusammenhang, aber keinen streng bewiesenen Ursache-Wirkungs-Nachweis. Also: Mehr Wolfsrudel im Gebiet treten zeitlich zusammen mit sinkenden Schalenwildstrecken und geringeren Verbissschäden auf. Das spricht für einen Einfluss des Wolfs — aber methodisch beweist es nicht vollständig, dass allein der Wolf die Ursache ist. Warum?
Die Arbeit wertet vor allem vorhandene Daten aus: Wolfsmonitoring, Abschuss-/Streckendaten und Kulturqualitätsmanagement.
Sie führt kein kontrolliertes Experiment durch und hat keine echte Vergleichsfläche „mit Wolf“ gegen „ohne Wolf“. Außerdem nennt die Arbeit selbst andere Einflussfaktoren, etwa:
* veränderten Jagddruck,
* Krankheiten beim Wild,
* unterschiedliche Wilddichten,
* forstliche Maßnahmen,
* Zäunung und Kulturpflege.
Die Studie liefert dennoch deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Wiederbesiedlung durch Wölfe, rückläufigen Schalenwildstrecken und abnehmenden Verbissschäden. Ein kausaler Einfluss des Wolfs ist plausibel, wird aber methodisch nicht abschließend bewiesen in dieser Studie.
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